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Sou Fujimoto

Sou Fujimoto

Warum relevant

Fujimotos Konzept der „Primitive Future"-Architektur — Bauwerk als Wald, Höhle, Schwelle statt Objekt — liefert Hiro Mirai ein theoretisches Substrat für KI-generierte Strukturen, die zwischen Gebautem und Gewachsenem operieren. Sein House NA (2011, Tokio, Stahl-Gitter 4,5 cm Profil, vollverglast, 29 Ebenen auf 84 qm) macht das Prinzip maximaler Transparenz bei minimaler Masse zu einer visuell analysierbaren Typologie — ideal als Trainings- und Referenzmodell für nicht-realisierte Architekturen. Der Serpentine Pavilion 2013 (London, unregelmäßiges Stahl-Gitterwerk, weiß lackiert, 349 Stäbe, 3,5 m Höhe) demonstriert, wie strukturelles Raster ohne Wand eine atmosphärische Enklave erzeugt — ein Prinzip, das für KI-generierte Raumvorschläge ohne Bau-Constraints produktiv ist. Fujimotos Ablehnung des geschlossenen Raumkörpers zugunsten von Zonen und Gradientenübergängen korrespondiert direkt mit dem konzeptuellen Kern von Hiro Mirais Praxis: Architektur als latenter Zustand, nicht als finales Objekt.

Domain

architecture

Notes

Sou Fujimoto (藤本壮介), geboren 1971 in Hokkaido, studierte Architektur an der Universität Tokio und gründete 2000 sein Büro Sou Fujimoto Architects. Sein theoretisches Hauptargument — entwickelt in dem Essay-Band *Primitive Future* (INAX, 2008) — lautet: Das Haus ist weder Nest (maximale Hülle) noch Höhle (minimale Höhlung), sondern ein Zustand dazwischen, der menschliche Bewegung nicht vorschreibt, sondern ermöglicht. Das **Children's Center for Psychiatric Rehabilitation** (2006, Hokkaido, Holz-Kastenstruktur, 51 einzelne Räume in gestaffelter Topographie) war sein erster Bau, der Raumfolge gegen Raumhierarchie setzte. Das **House NA** (2011, Tokio, Stahl-Flachstahl 4,5 × 9 cm, 21 Ebenen, Vollverglasung) ist der konsequenteste Ausdruck einer Architektur ohne Wand als Kategorie: Innen und Außen werden zu einem kontinuierlichen Transparenz-Gefüge. Der **Serpentine Pavilion 2013** übersetzte diese Logik in ein öffentliches Temporärgebäude (Stahl, weiß, 349 Stäbe, London). **L'Arbre Blanc** (2019, Montpellier, Mischnutzungsturm, 17 Stockwerke, Balkone als scheinbar organisch ausragende Glieder) markiert den Übergang in den urbanen Maßstab. Fujimoto unterrichtet an der Université Paris-La Villette und ist seit 2013 mit Masterplanprojekten in Europa präsent. **Hinweis zur `bild_url`:** Die angegebene Wikimedia-URL zeigt den Serpentine Pavilion 2013 — ein gesichertes und breit dokumentiertes Bild. Falls der Link beim Abruf nicht auflöst, Alternativ-Suche: `commons.wikimedia.org → "Serpentine Gallery Pavilion 2013 Fujimoto"`.

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